7 Tage Rückblick

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LANGEWEILE…

… ist das Gefühl, das eintritt, wenn man nichts zu tun hat und nicht weiß, wie man seine Zeit verbringen soll.

Hahaha, schon etwas länger nicht mehr so herzlich gelacht, als wir diese Definition gelesen haben.

Nachstehend also für den geneigten Leser unserer HP eine kurze Zusammenfassung der letzten 7 Tage.

Donnerstag, 22.09.

Unsere kleine Pia, die Katze mit dem Katzenschnupfen (Impfung wurde vom Vorbesitzer leider als nicht erforderlich angesehen, einfach sträflich bei einem Freigänger), musste eingeschläfert werden. Trotz ihres nicht wirklich guten Zustandes hat uns das hart getroffen, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Sie hat in den letzten Tagen nicht gut gefressen und hat sich oft sehr zurückgezogen, also haben wir sie natürlich zum Arzt gebracht.

Ihr kleiner Körper war voller Tumore, sie war fernab von jeglicher Lebensqualität. Und dann müssen wir die schmerzliche Entscheidung treffen und sie gehen lassen. Das sind wir jedem Tier in unserer Obhut schuldig, auch wenn es noch so wehtut.

Freitag, 23.09.

Wir beerdigen Pia unter ihrem Lieblingsbaum. Und wie immer, wenn eines unserer Vierbeiner uns verlassen muss, zünden wir eine Kerze an.

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Samstag, 24.09.

Anruf einer uns bekannten Dame die weiß, dass wir ein Herz für genau jene Tiere haben, die niemand mehr will. Sie weiß von einem ca. 3,5 Jahre alten weiblichen Schaf (Aue), die aus welchen Gründen auch immer nicht mehr trächtig wird und zum Schlachter gebracht werden soll. Haben wir noch die traurige Geschichte um unsere Holly ganz dicht unter der Haut wollen wir das nicht zulassen. Natürlich können wir nicht alle Tiere retten, aber dieses Eine wollen wir. Einige Telefonate später vereinbaren wir, dieses Schaf am kommenden Montag abzuholen.

Sonntag, 25.09.

Wir bekommen ein Abgabetier. Kurz und schmerzlos wird uns eine noch recht junge Katze in die Arme gedrückt. Abgabegrund: Keine Zeit. Wir definieren: keine Lust, kein Geld, kein Mitgefühl.

Nach einer kurzen Begutachtung stellen wir fest, dass Emil, so haben wir den kleinen Katzenmann getauft, eine böse Verletzung an seiner Pfote hat. Auch wenn wir wirklich viele Wunden selbst versorgen können ist hier ganz klar, dass ein Arzt nötig wird. Wir versorgen die Wunde erst einmal, um Schlimmeres zu verhindern und stellen uns auf den Arztbesuch am Montag ein.

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Montag, 26.09.

Splitting. Der Begriff ist sicher dem einen oder anderen bekannt, der sich mit Steuererklärungen befasst. Bei uns bedeutet das an diesem Montag, einer fährt mit Emil zum Arzt, der andere macht sich auf den Weg um die Aue abzuholen. Dort angekommen fällt uns ein kleines, dunkelbraunes Schäfchen auf, das sich mit einigem Abstand zu den anderen Tieren bewegt. Oder eigentlich nicht bewegt, es steht ziemlich reglos da und schaut sehnsüchtig zu den anderen Schafen. Wir fragen, was es damit auf sich hat. Dieses kleine „Kümmerschaf“ integriert sich nicht in die Herde und soll auch zum Schlachter. Nee, geht für uns gar nicht und wenn ein Schaf auf dem Hänger Platz hat ist auch Platz für anderthalb.

Wir taufen das für seine ca. 6 Monate wirklich winzige Schäfchen Humpty. Nicht nur unserer Tierliebe sind kaum Grenzen gesetzt, unserer Fantasie bei der Namensfindung anscheinend auch nicht :-))).
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Immer noch Montag, 26.09.

Arztbesuch mit Emil. Das Loch in seinem Pfötchen ist recht groß, sehr entzündet und vereitert. Leider ist eine Spülung unumgänglich, dazu muss der kleine Kerl in Narkose. Eine Röntgenaufnahme wurde gemacht, Gott sei Dank ohne dramatisches Ergebnis. Wir nehmen ihn wieder mit nach Hause, hier kann er in Ruhe seinen Narkoserausch ausschlafen.

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Dienstag, 27.09.

Die neuen Schäfchen sind noch ein bisschen schüchtern, das wird sich aber schnell geben.

Heute, Mittwoch, 28.09.

Emil hat alles sehr gut überstanden, er darf schon wieder nach draußen. Die neuen Schafe machen sich gut, neugierig beäugen Sie unsere „Alteinwohner“.

Wir sind sicher, dass diese Integration recht leicht machbar ist.

Und nun startet sie, unsere neue Woche.

Was in diesem Bericht schlichtweg untergegangen ist ist die Versorgung unserer anderen Pfleglinge. Unsere Hühner, die Pferde, unsere Gänseschar und alle anderen Tiere, für die wir die lebenslange Verantwortung übernommen haben.

Weil sie es wert sind. Jeden Tag, jede Sekunde, jeden Euro.

 

 

 

 

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