Eine traurige Geschichte von Bambi

NIedlich?
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Was für ein Tag. Eigentlich wollten wir einen fröhlichen Bericht über die Schafschur, die heute anstand, über die Neuzugänge bei den Hühnern, Wander-Eier und sonstige einfach mal nette Dinge schreiben.

Wie es leider viel zu oft so ist, kommt dann etwas dazwischen. Und was uns heute „dazwischen“ kam bringt uns dermaßen in Rage, das wir das auch direkt aufschreiben müssen.

Um uns herum ist viel Natur. Wald, Wiesen, Felder mit allen Lebewesen, die ein Anrecht haben, dort unbehelligt LEBEN zu dürfen. Gottes Geschenke. Tiere, die wir Menschen zu achten und zu schützen haben.

Seit geraumer Zeit zeigt sich immer wieder ein Reh, es ist zwar scheu, kommt aber doch ziemlich nah heran. Zwei Tage haben wir es dann nicht gesehen und waren schon ein wenig besorgt. Umso größer war unsere Freude, als wir es gestern Abend wieder erblickten. Die Ricke war aber nicht alleine, sie kam in Begleitung und so konnten wir aus angemessener Entfernung Ricke und Kitz bestaunen. Das sind wirklich erhabene und ergreifende Momente, die hoffentlich viele viele Menschen auch einmal erleben dürfen.

Heute am späten Nachmittag, nach einem anstrengenden Tag der Schafschur, finden wir das Kitz ganz in der Nähe des Komposthaufens. Alleine, von der Mama keine Spur. Das ist nicht ganz ungewöhnlich, Kitze liegen schon mal alleine im Gras und die Mama kommt dann irgendwann. Aber so verloren an unserem Kompost, nicht im hohen Gras versteckt sondern völlig ungeschützt herumliegend – das ist mehr als alarmierend. Wir nähern uns sehr vorsichtig und entdecken, dass das kleine Kitz mehrere Bisswunden am Kopf hat.

Unser Entsetzen ist wirklich groß. Wir hängen uns ans Telefon, um alle erforderlichen Schritte einzuleiten und Hilfe zu holen.

Das kleine Kitz schaut uns vertrauensvoll an, bleibt ruhig liegen. Voller Hoffnung, dass ihm nun geholfen wird.

Was muß es durchgemacht haben. Erst so kurz auf der Welt und dann gejagt, gestellt, gebissen. Wir wollen uns die Panik, die dieses kleine unschuldige Wesen gefühlt haben muß, gar nicht vorstellen.

Dem kleinen Kitz konnte leider nicht geholfen werden. Zu groß war der Schaden, der ihm durch einen unkontrolliert jagenden Hund (das jetzt einem Wolf in die Schuhe zu schieben wäre doch ein wenig zu weit hergeholt) zugefügt wurde. So wurde das Kitz erlöst und trifft hoffentlich irgendwo seine Mama wieder. Die haben wir nämlich auch nicht wieder gesehen. Wir beten, dass sie nicht irgendwo schwer verletzt liegt und auch noch um ihr Leben kämpft.

Hätte Hätte Fahrradkette…. Hätten wir das Kitz nicht gefunden, wäre es vielleicht nicht sofort gestorben sondern in 2 oder 3 Monaten elendig verreckt, weil die Maden es von innen aufgefressen hätten.

Schlußsatz:

Ihr Hundehalter da draussen. Wenn ihr nicht in der Lage seid, eure Hunde zu kontrollieren, dann haltet sie gefälligst an der Leine. Es ist immer noch Brut- und Setzzeit (diese dauert in den meisten Bundesländern vom 01. April bis 15. Juli), die Natur möchte erwachen, ein kleines Kitz und auch seine Mama wollten LEBEN. Es ist EURE verdammte Pflicht, so etwas zu achten, zu respekTIEREN und dafür zu sorgen, dass so etwas NIE passiert.

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