Holly Golightly und kein Frühstück bei Tiffany

Unser Neuzugang Holly
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Ende vergangener Woche erreicht uns mal wieder ein Notruf. Ein (eigentlich viel zu junges) Schafmädchen hat ein Lämmchen zur Welt gebracht und nimmt es nicht an. Das bedeutet, das Lämmchen wird entweder geschlachtet oder muss mit der Flasche groß gezogen werden. Die Besitzerin der kleinen, aber sehr feinen Schafherde ist mit der Aufzucht, die sehr zeit- und vor allem kostenintensiv ist, überfordert.

Tja, was macht man da als Tierschutzverein, der sowieso schon Schafe bei sich hat? Richtig geraten, wir entschliessen uns, das Lämmchen zu retten und zu uns zu holen. Wer das einmal erlebt hat, diese kleinen, zarten, sehr lieben und anhänglichen Geschöpfe zu sehen und sich dann vorzustellen, dass sie dem Bolzenschuss zum Opfer fallen, wird uns verstehen.

Also setzen wir uns kurzerhand in’s Auto, eine Hundetransportbox wird schafgerecht ausgestattet und los geht es. Nach ungefähr der Hälfte der Fahrt mäht – Verzeihung, muckt der Wagen. Der 1. und der 2. Gang haben beschlossen, den Dienst zu quittieren, alles ab dem 3. Gang geht. Allerdings ist es recht schwierig, an einer Ampel oder sogar am Berg im 3. Gang anzufahren… Wir schwitzen Blut und Wasser und kommen leicht gestresst und auch besorgt am Zielort an.
Lämmchen und seine Mutter und auch die anderen Tiere werden angeschaut und die Besitzerin der Tiere erläutert ihr Di“Lämm“a. Die Eigentümerin der Tiere ist zur Zeit nicht in der Lage, alle Tiere wie gewohnt fachmännisch zu betreuen, ihre Not ist recht groß. Die Tiere sind aber in einem guten Zustand, sie gibt wirklich alles, damit es den Schafen gutgeht.

Das wir das kleine schwarze Schaf mitnehmen war ja bereits klar, deswegen sind wir hingefahren. Dort gibt es aber auch noch ein 2. Mutterschaf mit Zwillingen, die uns sofort auffallen. Und da ein kleines Lämmchen auf keinen Fall alleine groß werden kann, soll und darf, beschließen wir noch vor Ort, auch die Mutter mit den Zwillingen zu übernehmen. Mitnehmen können wir sie noch nicht, weil das Auto dafür nicht geeignet ist.

Ach ja, das Auto. Mit allerletzter Anstrengung schafft unser treuer Gefährte die letzten Meter bis zum Gelände der Schafbesitzerin. Wir machen den Wagen aus, fast schon könnte man meinen, gibt es einen erleichterten Seufzer von sich. Dieser wird begleitet von einem recht strengen Gestank. (Bitte beachten – wir reden hier vom Auto, nicht von den Schafen).

Wozu ist man im ADAC? Er wird also gerufen, kommt auch erfreulich schnell und stellt fest, dass mindestens die Kupplung hinüber ist. Ganz grosses Kino. Wir wollen nach Hause, bitte mitsamt Auto und dem Lämmchen, unserem Flaschenkind. Und weil der ADAC wirklich ein großes Herz hat, nimmt er natürlich auch das Lämmchen mit. Glücklich, voller Adrenalin, daher nicht müde, kommen wir dann nachts um 02:00 wieder nach Hause. An Schlaf ist erst einmal nicht zu denken, dafür aber an Schaf :-). Das Baby braucht seine Milch und zwar alle 2 bis 3 Stunden.

Nun ist Holly, so haben wir sie getauft, seit einigen Stunden bei uns. Das kleine Mädchen ist am 29. April 2016 geboren, rabenschwarz und zuckersüss. Und was machen wir? Laufen mit lauten „mäh mäh“ rufend umher, Holly läuft immer hinterher und sucht den Kontakt, den sie natürlich auch bekommt. Art- und schafgerecht werden wir alles tun, damit dieses süsse Lämmchen ein glückliches und vor allem sehr langes Leben bei uns leben darf.

Holly sucht und benötigt nun Paten. Insbesondere in den kommenden Wochen benötigt es eine Aufzuchtmilch, 10 KG kosten ca. € 50,00. Sie mögen Schäfchen ? und würden uns gerne unterstützen? Dann melden Sie sich bei uns, so ein kleines Patenschaf hat doch was…

 

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