Coco

Die süsse Koko vor der Abfahrt in die Klinik
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Diesen Namen hat die bezaubernde, 6jährige Boxerhündin von ihrem Frauchen erhalten, weil ihre Nase an eine Kokosnuss erinnert.

Gestern haben wir Coco in die Tierklinik Duisburg Kaiserberg bringen müssen, weil es ihr schlecht geht, richtig schlecht.

Aber von Anfang an:

Als in Ennepetal ansässiger Tierschutzverein hatten wir bereits im Sommer 2016 Kontakt zu einer Mitarbeiterin der Diakonie im Raum Ennepetal/Schwelm/Wuppertal. Dort betreut sie Menschen in sozialen Schwierigkeiten.

Für viele Menschen gelten ihre Hunde als „bester Freund“. Für manche sind sie aber auch quasi der einzige Freund. Zum Beispiel, wenn man mit seinem Vierbeiner auf der Straße lebt. Für Obdachlose ist ihr Hund oftmals der letzte stabile Punkt in ihrem Leben. Der Hund bedeutet Halt, er nimmt einen wichtigen Platz in ihrem Leben ein.

Während eines persönlichen Treffens haben wir die Möglichkeit diskutiert, sozialschwachen Mitmenschen, die teils obdachlos sind, zu helfen. Im ersten Schritt haben wir reichlich Hundefutter und Zubehör dorthin hingebracht, das dann sorgsam an die sozialschwachen Menschen ausgegeben wurde.

Intern haben wir viel diskutiert, wie unsere Hilfe aussehen könnte. Hundefutter können wir immer vorbeibringen, aber was ist, wenn eine medizinische Behandlung erforderlich ist? Da wir uns ausschließlich durch Spenden finanzieren und diese leider kaum in die Kasse kommen, ist unser Spielraum sehr begrenzt. Eigentlich ist es uns sogar unmöglich, zu helfen, so schlimm wie es auch ist. Wir sind dann zu dem Schluß gekommen, in einem Notfall zunächst einen Spendenaufruf zu starten und dann evtl. eingehende Spendengelder für einen solchen Notfall einzusetzen. Kommen keine Spendengelder, müssen wir schweren Herzens absagen.

Gestern, Mittwoch, 24.05.2017, erreicht uns ein solcher Notruf. Die Dame der Diakonie meldet sich und berichtet von einer Boxerhündin, der es sehr schlecht zu gehen scheint. Sie hatte uns bereits Mitte April von den gesundheitlichen Problemen der Hündin berichtet und wir haben nochmals zugesagt, Hilfe zu leisten, wenn entsprechende Spendengelder eingehen. Es kam dann aber alles anders, wie es nun mal so ist im Leben.

Gegen 14:00h war das Telefonat mit der Mitarbeiterin der Diakonie, um 14:40h das erste Gespräch mit Coco’s Besitzerin. Sie hat vom schlechten Zustand der Ohren und der Pfoten erzählt und uns Fotos geschickt. Ja, wir teilten ihren Eindruck, der Hund ist in keinem guten Zustand.  Wir mußten nicht lange überlegen, dieser Hund muß zum Arzt und zwar schnell. Mit einer uns gut bekannten Tierärztin wurde ein Termin für 16:45h vereinbart. Sie hat Coco untersucht, das Ergebnis war hochalarmierend. Ja, die Ohren und die Pfoten sehen schlimm aus, aber das ist eigentlich nur ein Nebenschauplatz. Bei der Untersuchung und der anschließenden Röntgenaufnahme stellte die Ärztin fest, dass Coco Eiter aus der Scheide läuft, diese ist zudem sehr stark vergrößert. Also Verdacht auf Gebärmutterentzündung und somit dringend behandlungsbedürftig. In der Röntgenaufnahme kam aber noch etwas heraus, nicht weniger alarmierend. Der gesamte Bauchraum ist ausgefüllt mit -ja, mit was? Auf dem Röntgenbild ist das nicht genau zu bestimmen, auf jeden Fall ist es riesengroß. Flüssigkeit ist ebenfalls vorhanden.

Nach dieser Informationen haben wir uns beraten. Der Hund muß in die Tierklinik, aber wie kommt er dahin? Die Besitzerin hat kein Auto, der sie begleitende Freund auch nicht. Hund ist in Schwelm, unsere Klinik in Duisburg.

Was soll ich sagen – ich war schon sooo lange nicht mehr in Richtung Ennepetal unterwegs, mir hat die A46 glatt gefehlt. Jetzt ohne Ironie weiter. Ich hasse diese Autobahn und anscheinend beruht das auf Gegenseitigkeit. Noch niemals bin ich dort gefahren, ohne mindestens einmal im Stau zu stehen. Und auch gestern wurden meine Erwartungen in vollem Umfange erfüllt… Gegen 19:40 war ich in Schwelm, habe Coco, Besitzerin und den Freund eingeladen und ab ging es nach Duisburg. Die Klinik hat ihre offizielle Sprechstunde bis 19:00h, alles was danach kommt gilt als Notfall und kostet extra. Da hilft es auch nicht, dass wir bereits angemeldet waren.

Coco ist ein echter Schatz. Obwohl es der Hündin nicht gutgeht, begrüsst sie mich sehr freundlich und legt sich brav in die vorbereiteten Decken.

Um 20:50h sind wir in der Klinik, müssen einige Wartezeit in Kauf nehmen. Ich war Gott sei Dank noch niemals um diese Uhrzeit dort, es herrscht reger Betrieb. Leider verlassen zwei Menschen die Klinik weinend ohne ihren zuvor mitgebrachten Hund. Man, das nimmt mich sehr mit.

Nach ungefähr 30 Minuten sind wir im Sprechzimmer. Die Ärztin sammelt sämtliche erforderlichen Informationen ein, dann wird Coco von ihr untersucht. Coco lässt das alles sehr, sehr lieb über sich ergehen. Es wird Fieber gemessen, Augen und Zähne begutachtet. Fieber wird gemessen, das ist Gott sei Dank im Normbereich. Die Herztöne auf der linken Seite sind etwas holprig, nicht besonders besorgniserregend, es muß aber beachtet werden. Allerdings läuft ihr der Eiter heftig aus der Scheide.

Die Ärztin nimmt Coco mit für eine weitere Untersuchung. Auch hierbei stellt sich heraus, dass sie etwas sehr großes im Bauch hat, also wird die erste Diagnose bestätigt.

Wir beraten uns kurz und entscheiden, dass Coco in der Klinik bleibt. Sollte sich ihr Zustand dramatisch verschlechtern, würde sie sofort operiert. Bleibt der Zustand konstant, operieren sie am Freitag morgen und schauen nach, was sich da in ihrem Bauch befindet.

Hier in Kurzform die Baustellen von Coco:

  • Höchstwahrscheinlich durch eine Allergie verursachte üble Ohrenentzündung. Durch das ständige Kratzen und Schütteln der Ohren ist links ein dickes Blutohr entstanden.
  • Alle Pfoten sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Wahrscheinlich ist auch das auf die Allergie zurückzuführen. Die Pfoten haben Leckekzeme und sind sehr dick.
  • An der linken Hinterpfote fehlt am Ballen ein Stück, dadurch tritt sie mit der Pfote nicht richtig auf und humpelt teilweise.
  • Verdacht auf offene Gebärmutterentzündung.
  • Großes Gebilde im gesamten Bauchraum, zusätzlich Flüssigkeitsansammlungen.
  • Epileptische Anfälle, der letzte war vor ca. 3 Wochen und er war wohl sehr heftig.
  • Stark verdickte Zitzen, Coco hat einmal Junge bekommen.

Morgen soll Coco also operiert werden. Sobald die Ärzte sehen, was sich in ihrem Bauch befindet, rufen sie uns an und wir müssen besprechen, wie wir weiter vorgehen.

Und jetzt brauchen wir wirklich sehr, sehr dringend Hilfe. Die bisherigen Untersuchungen, der Aufenthalt in der Klinik und die morgige OP können wir nicht alleine bewältigen.

Bitte, im Namen von Coco, helfen Sie uns. Jede noch so kleine Spende ist wichtig für uns und unsere Arbeit. Von Herzen sagen wir schon jetzt Danke.

 

 

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